Die Görlitzer Landeskrone

Die Landeskrone ist der Hausberg der Stadt Görlitz. Der 420 Meter hohe Berg liegt in südlicher bis südwestlicher Richtung unweit des Stadtzentrums und ist Ausflugsziel mit Blick auf Görlitz, die nähere Umgebung, sowie auf das Iser- und Riesengebirge. Die Landeskrone ist vulkanischen Ursprungs, sie besitzt einen Granitsockel mit einem Basaltkegel.

Nähert man sich der Stadt Görlitz in der niederschlesischen Oberlausitz, erblickt man diesen alten Hausberg der Stadt, die 420 m hohe Landeskrone. Seit Anbeginn der Gründung der Stadt wacht der Berg über das Schicksal der Stadt und seiner Bewohner.
Wenn Sie auf dem Gipfel verweilen, erleben Sie im Radius von 360° einen einmaligen Ausblick auf die umliegende Landschaft! Erhaben thront der Berg mit seiner umfangreichen Flora und Fauna, mit seinen Wiesen und Wegen über der Stadt Görlitz und gibt dem berühmtesten Getränk dieser Stadt, dem Landskron Bier, den Namen.
Auf dem Gipfel des ehemaligen Vulkans - heute noch erkennbar an den vielen Basaltfelsen - befindet sich ein Hotel mit Restaurant.

Die Besiedlung auf der Landeskrone lässt sich bis in die jüngere Bronzezeit zurückverfolgen, wie Funde der bronze- und früheisenzeitlichen Lausitzer Kultur im Bereich des 3.000 m² umfassenden so genannten oberen Burgwalls belegen. In slawischer Zeit, wohl um oder bald nach 900 wurde zusätzlich zu einer Befestigung zwischen den beiden Gipfeln des Berges noch eine weitere halbkreisförmige Wehranlage am Südhang des Berges errichtet. Diese sicherte eine Fläche von rund 10.000 m² und wurde durch Rudolf Virchow 1870 durch kleinere Ausgrabungen erstmals genauer erforscht. Die nachgewiesene steinerne Wehrmauer hat eine Stärke von immerhin bis zu 8 m. Weitere archäologische Untersuchungen im Jahr 1909, in den 20er und 30er des 20. Jahrhunderts sowie 1969/70 brachten unter anderem diverse Keramikscherben, aber auch Spuren von Eisenverarbeitung und Pechsiederei zum Vorschein. Diese Funde berechtigen zu der Annahme, die Landeskrone sei Zentralort des lediglich in der Völkertafel des Bayerischen Geographen erwähnten Stammes der Besunzane gewesen. Noch weiter geht Jasper von Richthofen, der auf der Landeskrone gar eine frühstädtische Siedlung allerdings der Milzener vermutet, zu deren Gebiet durch eine Urkunde belegt zumindest die Gegend um die heutige Stadt Görlitz spätestens seit 1071 gehörte. Sofern man der Lokalisierung der Besunzane in der Gegend um Görlitz folgen will, ist dieser kleine Stamm vielleicht bald nach 900 in dem wohl sehr viel größeren Stamm der Milzener aufgegangen. Zumindest finden die Besunzane in späteren Schriftquellen keine Erwähnung mehr. Bisherige, sehr auf die Befestigung konzentrierte Grabungen auf der Landeskrone konnten allerdings bislang keine Spuren einer dichten Innenbebauung aufdecken, wie man sie bei einem solchen zentralen Ort der Milzener erwarten müsste. Die These des vielleicht städtischen Zentrums auf der Landeskrone wird jedoch untermauert durch die Erwähnung in der Chronik Thietmar von Merseburgs.

Bei Thietmar von Merseburg wird im Zusammenhang mit einem Heereszug, den König Heinrich II. im Sommer 1015 gegen Boleslaw I. Chrobry unternahm, auch die Eroberung einer großen urbs Businc durch böhmische Truppen erwähnt. Dabei seien allein 1.000 männliche Gefangene gemacht worden. Sofern die genannte Gefangenenzahl tatsächlich zutrifft könnte bis zu 4.000 Personen zum Zeitpunkt des Angriffs in der Burg gewesen sein. Mit einiger Sicherheit kann diese „magna urbs businc“ mit der Befestigungsanlage auf der Landeskrone identifiziert werden, da diese strategisch sehr bedeutend für den, gegen Schlesien gerichteten, Feldzug des Kaisers war. Auch der Name der unterhalb des Berges liegenden Orte Klein und Groß Biesnitz (um 1300 „Bisencz“), heute Ortsteile von Görlitz, und evtl. auf den Stamm der Besunzane verweisend, stützt diese These. 1268 taucht die Landeskrone als „castrum landischrone“ in einer Quelle auf. Sie verdankt diesen deutschen Namen wohl dem Rittergeschlecht mit Namen „derer von Landskron“. Der Stammsitz dieser Ritter befand sich im Siebengebirge, von wo aus eine Erhebung zu sehen war, die der Form und Größe nach, dem des Görlitzer Hausberges gleich kam.

Im Hochmittelalter wurde auf der Landeskrone eine wichtige Burg angelegt. Sie gehörte längere Zeit den in Böhmen und den Lausitzen reich begüterten Herren von Bieberstein. Und sie wurde im böhmischen Verwaltungs- und Verteidigungssystem eingesetzt, um die Via Regia (Hohe Straße), die Handelsstraße, die im Mittelalter von Erfurt über Bautzen und Görlitz nach Breslau verlief, zu überwachen.

Als die Burg um 1440 in den Besitz der Stadt Görlitz gelangt war, wurde sie auf Geheiß des Rats geschleift. 1620 nutzte Johann Georg I. von Sachsen die Landeskrone als Beobachtungswarte. 1758 stationierte der österreichische General Esterhazy zwei Husarenregimenter auf dem Gipfel und 1866 besetzte die preußische Heeresführung den Berg im Zug des Krieges gegen Österreich.

Görlitz ist ein städtebauliches Juwel und wurde von der UNESCO als Weltkulturerbe eingestuft.