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Ein Weg der Jakobspilger führt vom Riesengebirge (Tschechische Republik) über das Dreiländereck von Zittau nach Görlitz.
Von Görlitz aus wandern Sie zum Teil auf einer historischen großen Heeresstraße der Armee des Kaisers Napoleon I. (1813) und durchqueren ein bewaldetes Granitgebiet, deren bekannteste Erhebung der Hochstein (400 m) mit seinem Aussichtsturm einen wunderbaren Blick über die Königshainer Berge und das sich in der Ferne malerisch erhebende Riesengebirge erlauben.
Als Pilger finden Sie an den zahlreichen Steinbruchseen, die Zeugnis über einen früheren Granitabbau legen, Ruhe und Entspannung. Die freistehenden Felsen und Bruchwände werden für den Klettersport heute noch genutzt.
Der Weg der Jakobspilger führt über Reichenbach und ab Bautzen über Bischofswerda als Frankenstraße, was weniger bekannt ist, nach Dresden und ist gut gekennzeichnet. Dieser historische Weg führt weiter über Erfurt nach Vacha und Fulda. Er hat eine Länge von fast 500 km und verläuft in Ost-West-Richtung.
An der Altstraße nach Eisenach führt der Pilgerweg der Via Regia entlang. Diese Wegstrecke ist auch als Ökumenischer Pilgerweg bekannt. In Zwickau vereinigen sich die Via Regia mit der Via Imperii bis Nürnberg.
Genießen Sie ein ungestörtes Pilgern abseits von bekannten Straßen, aber dafür an historischen nachweisbaren Routen mittelalterlicher Zeiten.
Schon seit den Anfängen der Christenheit haben die Grabstellen Jesu Christi und seiner Apostel auf die Gläubigen eine sehr große Anziehungskraft ausgeübt. Christen glauben, dass Gott an diesen Orten besonders gegenwärtig ist. Deshalb pilgern sie von alters her nach Jerusalem zur Stätte von Passion/Auferstehung Christi und nach Rom zu den Gräbern der Apostel Petrus u. Paulus.
Im Jahr 813 entdeckte dann ein Eremit in Spanien durch ein ster-nenbeleuchtetes Feld (Campus stella) auch das Grab des Apostels Jakob dem Älteren (auf Spanisch: Santiago el Mayor). An dieser Stelle errichtete man kurze Zeit später eine Stadt und gab ihr den schönen Namen Santiago de Compostela. Im 11. und 12. Jh. blühte dieser Ort zu einem der drei beliebtesten Pilgerziele der abendländischen Christenheit auf. Im Laufe der Zeit entstanden unzählige Wegstrecken durch ganz Europa und mit ihnen viele Einrichtungen, um die Pilger zu betreuen. Davon zeugen noch heute alte Hospitäler, Hospize, Kirchen und Kapellen. Lange Zeit vergessen, erlebt das Pilgern in unserer Zeit eine Renaissance. Vielerorts entstehen die traditionellen Pilgerpfade wieder neu. Inzwischen durchziehen sie wieder wie ein Flussdelta ganz Europa und führen so die Pilger bis zu dessen Mündung, dem Jakobus-grab im spanischen Santiago de Compostela.
Auch wenn es kaum historische Unterlagen gibt, so ist es doch sehr wahrscheinlich, dass sich im Mittelalter auch Gläubige aus der Oberlausitz und Schlesien auf den Weg nach Spanien gemacht haben. Viele Möglichkeiten hatten sie damals nicht; es gab nur wenige begehbare Pfade über den Gebirgskamm und durch die sumpfigen Gebiete des Vorlands. Auch für den Zittauer Weg gab es lange Zeit nur Vermutungen, er könnte früher auch von Jakobspilgern genutzt worden sein.
Das Besondere an diesem Jakobsweg ist, dass er durch drei Länder führt: durch Polen, Deutschland und Tschechien. Und obwohl die drei Sprachen und Landesgrenzen naturgemäß trennend wirken, lassen es sich eifrige Menschen nicht nehmen, den Jakobsweg von Gnesen nach Prag als Gemeinschaftswerk anzugehen.
Der Pilgerführer ist das erste und derzeit zugleich einzige Mittel, das dem Pilger in die Hand gegeben werden kann. Noch fehlen die einheitliche Ausschilderung des Wegs, die speziellen Pilgerherber-gen und Stempelstationen. Aber das ist nicht weiter tragisch. Schließlich mussten sich die Pilger im Mittelalter auch irgendwie durchschlagen. Und diejenigen, die auf der Suche nach Einfachheit sind, werden in Böhmen ganz sicher nicht enttäuscht sein. Vieles, wonach sich die Menschen heute wieder sehnen, blieb in den kleinen Dörfern bewahrt: einfache Lebensverhält-nisse, heimische Küche und Geselligkeit. Als Unterkünfte dienen preiswerte Pensionen. Und den Stempel drückt jedes Pfarramt gern in den Pass. (Auszug Quelle: zittauer-jakobsweg.de)